- Startseite
- Ihr Besuch
- Column 2
- ÖffnungszeitenDienstag-Sonntag & Feiertage 13 Uhr – 17 UhrAdresseMühlenstraße 24, 97877 Wertheim
- Über uns
- Audioguide
- Angebote und Veranstaltungen
- Deutsch
In unserem mehrfach ausgezeichneten Glasmuseum erleben Sie den Werkstoff Glas. Tauchen Sie ein in die wunderbare Welt des Glases!
In zwei historischen Fachwerkhäusern auf mehreren Etagen führen wir Sie durch mehr als 3.000 Jahre Glasgeschichte – vom antiken Luxusglas bis zu modernen Hightech-Anwendungen. Der Rundgang „Follow the HEART – Folge dem HERZ und entdecke den Werkstoff Glas“ vermittelt in 21 Themen die Vielfalt und Bedeutung von Glas in Kultur, Handwerk, Wissenschaft, Industrie und Alltag.
Der Museumsglasbläser zeigt vor der 1200 °C heißen Flamme die Weiterverarbeitung von Glas. Er führt den Besucher*innen vor, wie aus einem Glasrohr eine Glaskugel geblasen wird, der Fuß eines Trinkglases aufgeschleudert oder ein Glastier heiß montiert wird und lädt die Besucher*innen ein, selbst eine Glaskugel zu blasen.
Im Museumsshop können Besucher*innen Glasreplikate, Produkte der Wertheimer Glasindustrie, moderne Glaskunstobjekte oder gläserne Erinnerungen für zu Hause, für Freunde oder Familie erwerben. Damit unterstützen sie die Glashandwerkskunst und tragen zum Fortbestand des GLASMUSEUM WERTHEIM e. V. bei.
Die Besucher*innen sind HERZlich eingeladen zu einem Streifzug durch die mehr als 3000jährige Entwicklung des Werkstoffs GLAS und die HERZstücke des GLASMUSEUM WERTHEIM zu entdecken – von den Salbgefäßen der Antike bis zur Lichtleitfaser und der Wertheimer Glasindustrie. Symbolisiert durch das facettierte kristallartige HERZ vermitteln die 21 HERZthemen den Facettenreichtum des Werkstoffs Glas.
Das „pulsierende“ HERZ Wertheims ist das GLAS. Beginnend im Erdgeschoss vermittelt die „Wertheimer Wand“ die Entwicklung der Wertheimer Glasindustrie (ab 1948) zum heute zweit größten Zentrum der deutschen Spezialglasindustrie. Dem HERZ folgend erfahren die Besucher*innen in zwei Obergeschossen am Beispiel ausgewählter HERZStücke – Strasskrone, Jenaer Gemüseschüssel, Daumenhumpen, Alembik, „Engelshaarmaschine“, Galileo-Thermometer oder den ersten Studioglasobjekten – die Bedeutung des Werkstoffs Glas in unserem Alltag, Industrie, Medizin, Pharmazie und Kunst.
Die Alois-Wienand-Sammlung gehört zu dem HERZstück „HERZensangelegenheiten“. Es ist eine Mustersammlung von 75 Nachbildungen historischer Gläser des ehemaligen Glasmachers Alois Wienand aus dem Glaswerk Wertheim (1950 – 1993), die er nach Originalen, Rekonstruktionszeichnungen und Buchvorlagen mit von ihm recherchierten und experimentell (wieder)entwickelten Techniken aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit gefertigt hat. Die ersten für das GLASMUSEUM WERTHEIM und später für viele andere Museen hergestellten Nachbildungen, sind die in Schleudertechnik hergestellten Glas-Armringe („Keltenringe“), wie sie die Kelten vor 2500 Jahren gefertigt haben.
Die 30 spielerischen und experimentellen Mitmachstationen rund um das Thema Glas nach dem HandsOn!-Prinzip des Bundesverbandes Deutscher Kinder- und Jugendmuseen (BDKJM, Mitglied seit 2006) lassen nicht nur Kinder und Jugendliche die vielen Facetten des Werkstoffs Glas „be-greifen“.
Im Obergeschoss finden regelmäßig Wechselausstellungen zu zeitgenössischen Glas-Themen: Glas + Kunst, Glas + Kultur, Glas + Technik






















Ein besonderes HERZstück ist die „Historische Christbaumschmuck-Sammlung“. Sie zeigt die glastechnologische Entwicklung der bis heute existierenden Christbaumschmuckindustrie in Lauscha, die sich in Formen, Farben und Motiven an den Moden und Vorlieben der jeweiligen Gesellschaftsform und den Wünschen der Auftraggeber orientiert. Die Weiterentwicklung einzelner Arbeitsprozesse der hohen handwerklichen Fertigkeiten und Umsetzung neuer Fertigungsmethoden der Thüringer Glasbläser bildete die Grundlage für die Entstehung der glasverarbeitenden Laborglasindustrie und industriellen Glasfaserproduktion in Thüringen, die sich ab 1948 in Wertheim ansiedelte.
„Lauschaer Christbaumschmuck“ wurde 2021 in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Thüringischer Christbaumschmuck aus Glas wird seit der Biedermeierzeit angeboten. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Weihnachtsbaum nicht mehr nur auf Plätzen in den Städten aufgestellt, sondern in die „gute Stube“ der Bürger geholt. Drei Entwicklungen ermöglichten einen rasanten Anstieg der gläsernen Christbaumschmuck-Produktion in Thüringen: die Einführung der Gasanstalt in Lauscha 1867 und die Produktion von Anilinfarben in der ein Jahr vorher durch den englischen Chemiker William Henry Perkin bei London gegründeten ersten Teerfabrik. Hinzu kam die von dem Chemiker Justus von Liebig entwickelte ungiftige Innenversilberung, die zu einer gigantischen Formen- und Farbenvielfalt beitrug. Figuren wie Pinocchio, dem beim Lügen eine lange Nase wächst, oder Wilhelm Buschs Max und Moritz erfreuten sich in den vergangenen Jahren wachsender Beliebtheit. Während der jährlich stattfindenden Weihnachtsausstellung im Glasmuseum Wertheim vom 1. Advent bis zum 6. Januar schmücken sie den vier Meter hohen „Thüringer Figuren-Baum“.
Ein weiteres HERZStück ist das „Wissenschaftliche Glas“- Kabinett. Am Beispiel von einzelnen Wissenschaftlern und deren Erfindungen wird vermittelt, wie Glas erstmals für die Wissenschaft verwendet wurde und welche bahnbrechenden wissenschaftlichen Erfolge damit erzielt wurden: Galilei Galilei entwickelte das Fernglas und bewies damit, dass sich die Erde um die Sonne dreht, Isaack Newton entdeckte mit dem Glasprisma, dass das Licht aus den 7 Regenbogenfarben besteht, uvm.
Für das GLASMUSEUM WERTHEIM ebenfalls ein HERZStück ist das Glasperlen-Kabinett. Entlang einer imaginären Perlenschnur erzählen bunte „Glasperlen“ von deren kulturhistorischer Bedeutung: als Grabbeigabe, Symbol für Luxus und Macht, Handelsware, Zahlungsmittel, Kommunikations- und Dokumentationsmittel bis zu außergewöhnlichen Modeschmuck.
Im Glasperlen-Kabinett wird der Glasperlen-Nachlass (ca. 1500 v. Chr. bis 700 n. Chr.) der Mainzer Wissenschaftlerin Thea Elisabeth Haevernick (1899 – 1982) teilweise ausgestellt und durch die lange Geschichte der Glasperle mit Glasperlen aus dem Bestand des Glasmuseums ergänzt.
Eine Auslese von 600 gläsernen Briefbeschwerern hat der Sammler und Autor Peter von Brackel für das GLASMUSEUM WERTHEIM zusammengestellt – geordnet und präsentiert nach Herstellungszeitraum, Glashütten, Techniken, Motiven und Sonderformen.